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Georg Klett (Häfner) 1892 - 1951

Seit 1893 bestand die Töpferwerkstatt seines Vaters Bernhard "Im Stiegel", die Georg Klett nach seiner Lehre als Häfner und einigen Berufsjahren übernahm. 

Der Sohn machte aus der profanen Gebrauchstöpferei eine "wirkliche Kunst", die ihm Aufträge aus allen Teilen Deutschlands einbrachte. Er fertigte zunächst Haushaltsgeschirr und Ziertöpfereien - mit farbenfrohen Mustern aus eigener Erfindung, wobei er die Farben selbst mischte und sie mit einem Federkiel auftrug. Auch Inschriften auf den Tonwaren brachte er freihändig an. 

Anfang der 1920er Jahre wurden Archäologen der Universität Tübingen auf ihn aufmerksam. Sie sahen in ihm nicht nur den Häfner, sondern auch den Künstler und beauftragten ihn mit der exakten Nachbildung archäologischer Funde aus vor- und frühgeschichtlicher Zeit. Die Exponate sind im "Töpferhaus" des Pfahlbaumuseums Unteruhldingen zu sehen. 

 

Im Lauf der Jahre wurde das Industriegeschirr für den Haushalt immer billiger, was den Absatz der Häfner-Ware schmälerte. Zudem wollten die Leute "feinere" Waren im Schrank haben und keine "Bauernhäfen" mehr. 

Im Alter von 58 Jahren nahm Georg Klett vor einem schweren Leiden Zuflucht im Tod. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde er bestattet. Auch der Musikverein und die Kleintierzüchter ehrten ihr langjähriges Mitglied durch Nachrufe.