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Aktuelles aus unseren Vereinen

Gemeinsame Erklärung von SPD und AL zum Beschluss "Sperrung der Bohlstrasse" im Wortlaut

Zunächst möchten wir bezüglich der gesammelten 550 Unterschriften unsere Anerkennung und unseren Respekt zum Ausdruck bringen. Wir sehen es positiv, dass sich durch dieses Bürgerengagement heute Abend die Möglichkeit ergibt, nochmals Argumente und Informationen auszutauschen. Aus heutiger Sicht wäre es sicher besser gewesen, wenn dieser Austausch früher erfolgt und die Informationen klarer transportiert worden wären. Hier räumen wir Versäumnisse unsererseits ein. Bei der Gemeinderatssitzung am 4. Dezember 2017 wurden alle im Einwohnerantrag angeführten Punkte angesprochen und kontrovers diskutiert. Bei der anschließenden Beschlussfassung überwogen für uns dennoch die Argumente, die für eine Sperrung der Bohlstraße zwischen Hauptstraße und Kirchstraße für den motorisierten Verkehr sprechen.
 
Im Einzelnen: Rathaus, Bürgerhaus und Schwanen bilden funktional und gestalterisch eine Einheit. Alle drei Gebäudekomplexe dienen der Bürgerschaft.  Durch einen einheitlichen Belag und bodengleiche Übergänge werden die Gebäude gestalterisch zusammengezogen. Das Ensemble kann so erst in seiner Ästhetik ganz wahrgenommen werden. In diesem Bereich der Hauptstraße ist neben einem funktionalen auch ein gestalterischer Schwerpunkt wichtig. Das wurde bereits im Architekten-Wettbewerb besprochen und von fast allen Teilnehmern als richtig empfunden. In den Gestaltungsvorschlägen wurde von der Einmündung Bubengasse bis zur Einmündung Bohlstraße ein Schwerpunkt u.a. im Material gesetzt. Der Belag wurde so gewählt, dass er für alle Verkehrsarten geeignet ist. Nehren hat momentan kaum öffentliche Plätze und Verweilorte im Ortskern.
Es ist richtig und wichtig, solche Bereiche für die Allgemeinheit zu schaffen. Ein großer Schwerpunkt soll der Bereich „Wette“ sein. Hier wird aber auch zukünftig der Verkehr fließen müssen, da die „Wette“ ein verkehrstechnischer Knotenpunkt bleiben wird und schon aus diesem Grund nie die Aufenthaltsqualität eines verkehrsfreien Platzes erreichen kann.   Es ist richtig im Bereich Rathaus, Schwanen und Bürgerhaus eine zusätzliche Platzzone zu schaffen. Hier gehen Bürger ihren Freizeitaktivitäten nach, gehen zum Essen, erledigen Behördengänge oder treffen sich einfach zum Gespräch. Es versteht sich, dass ein solcher Treffpunkt sicher und ungestört durch den Verkehr sein und eine möglichst hohe Aufenthaltsqualität aufweisen sollte.  Den mit dem Auto zurückzulegenden Umweg der Anlieger Bohlstraße und Kirchstraße halten wir für vertretbar. Es handelt sich nur um wenige Meter Mehrweg. Der Umweg für die Rettungskräfte liegt bei unter 30 Sekunden. Für direkte Einsätze im Bereich Bürgerhaus/Schwanen lassen sich die Poller problemlos entfernen.
 
Selbstverständlich ist für uns, dass die Parkplätze des Gasthaus Schwanen vernünftig ausgeschildert werden.
 
Warum erfolgte die Maßnahme Bohlstraße zum jetzigen Zeitpunkt? Die herzustellende Verbindungsleitung für das BHKW zwischen Bürgerhaus und Schwanen sowie der desolate Zustand des Kanals machten eine sofortige Baumaßnahme unausweichlich. Die Baustelle für die Außenanlagen des Schwanen war bereits eingerichtet. Dazu kamen die im Architektenwettbewerb vorgeschlagenen gestalterischen Maßnahmen. Daraus ergab sich aus ökonomischer Sicht die logische Konsequenz, diesen Bauabschnitt vorzuziehen.                                                                                                  
  
In Folge der Sperrung des Bohlstraßen-Abschnittes findet eine Verlagerung des Verkehrs in die Wertstr./Gomaringerstr.  sowie in die Dußlingerstr. statt. Dies war uns bei der Entscheidung durchaus bewusst. Da es sich bei der Bohlstr. um eine reine Wohnstraße handelt, halten wir die Belastung für vertretbar. Die Frequentierung der Dußlinger Str. sowie der Wert- und Gomaringer Str. hat unserer Meinung nach andere Gründe:                                                                                        Diese Straßen dienen weiteren Wohnstraßen als Zubringer und der Anbindung an innerörtliche Ziele wie Arzt, Kindergarten, kath. Gemeindehaus, Netto. Demnach handelt es sich um wichtige innerörtliche Straßen. Die Wert- /Gomaringerstr. fungieren außerdem genau wie die Luppach- und Bahnhofstr. als Zubringer zur L384. Eine Verkehrszunahme in den angesprochenen Straßen lässt sich sicherlich feststellen, dennoch möchten wir ganz bewusst mit dieser Sperrung einen kleinen Teil Nehrens vor dem motorisierten Verkehr schützen und einen autofreien Bereich schaffen. Uns stellen sich die Fragen: Warum muss überall mit dem Auto durchgefahren werden? Wieso kann nicht dieser kleine Teil Nehrens den schwächsten Verkehrsteilnehmern, insbesondere den Fußgängern, zur Verfügung gestellt werden?  Wieso soll es hier nicht möglich sein, die Kinder nach dem Besuch der Musikschule im Bürgerhaus noch gefahrenfrei springen zu lassen, wieso soll hier nicht Raum für Neues entstehen?  Im Verlauf der Diskussionen der letzten Wochen wurden immer wieder unterschiedlichste Spekulationen laut. Zwei Punkte möchten wir hier richtigstellen:
 
1. Das Gasthaus Schwanen hat nur mittelbar mit der Platzgestaltung und der Entscheidung zur Sperrung zu tun, weil es Teil des Ensembles Rathaus, Schwanen und Bürgerhaus ist und einen entscheidenden Beitrag zum Ortsbild leistet. Der entstehende Platz ist ein Platz für die Bürger und kein erweiterter Biergarten für die Gaststätte.  
 
2. Die Abstimmungen im Gemeinderat sind demokratische Prozesse. Jeder GR kann sich ausgiebig ein Bild der Sachlage machen und stimmt dann aufgrund der gewonnen Erkenntnisse zum Wohle der Bürgerschaft ab. Wir verwehren uns ausdrücklich gegen die Unterstellung, die Entscheidung in diesem Fall wäre von der SPD gesteuert gewesen.
 
Schlussbemerkung:
 
Als Gemeinderäte und damit als gewählte Vertreter der Bürgerschaft, sind wir jederzeit bereit mit den Bürgern in den Dialog zu gehen. Wir bieten gerne Informationen und Transparenz und weichen keiner sachlichen Diskussion aus. Wir wünschen uns für Nehren eine rege Beteiligung der Bürger, einen offenen Meinungsaustausch und das Anbringen von Sachargumenten. Ein politisches Klima des persönlichen Angriffs, der Anonymität, der Sachbeschädigung, des Streuens von Fake-News und Gerüchten, um die Debatte anzuheizen lehnen wir entschieden ab.  Die SPD und die AL Nehren stehen seit Jahren für eine Reduzierung der Geschwindigkeit und des Verkehrs in unserem Dorf ein. Um dies zu erreichen werden in den kommenden 5 Jahren, in der Laufzeit des Landessanierungsprogramms, viele Maßnahmen umzusetzen sein. Die Platzgestaltung in der Bohlstraße ist dabei nur ein Mosaikstein. Unser Ziel ist es, die Sicherheit der schwächeren Verkehrsteilnehmer, insbesondere unserer Kinder und älteren Menschen, zu erhöhen und die Lebensqualität der Bürger zu steigern. Wir werben um das Vertrauen der Bürger in unsere Arbeit, in unser Urteilsvermögen und in die Vision von einem noch lebenswerteren Nehren.
 
Aus den genannten Gründen werden wir an unserem Beschluss vom 4. Dezember 2017 festhalten. Wir haben ihn nach bestem Wissen und Gewissen getroffen.

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